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Friedhof Melaten

 

Zuerst einmal gilt es zu klären, woher der Name Melaten kommt. Die Namen der meisten Friedhöfe beziehen sich auf einen Stadtteil wie zum Beispiel Friedhof Köln Deutz oder Friedhof Köln Kalk. Andere Friedhöfe wiederum sind nach der Himmelsrichtung und der Lage in der Stadt benannt wie Nordfriedhof, Südfriedhof, Westfriedhof und Ostfriedhof. Der Name Melaten bezieht sich weder auf einen Stadtteil noch auf eine Himmelsrichtung, sondern auf den lateinischen Begriff „males habitus“, was so viel bedeutet wie „ein Ort für die Kranken“.

 

 

 

 

 

 

 


Die erste dokumentierte Erwähnung findet der Melaten Friedhof im 12. Jahrhundert. An diesem Ort wurden vorzugsweise an Lepra erkrankte Menschen, aber auch Menschen, die unter anderen schweren Erkrankungen litten, behandelt. Die meisten der Erkrankten starben früher oder später. Zu dieser Zeit war dieser Ort noch kein Friedhof, sondern ein sogenanntes Leprosenhaus außerhalb der Stadt. Während der französischen Besatzung Kölns erließ Kaiser Napoleon ein Dekret, demzufolge Begräbnisse innerhalb der Stadtmauern verboten wurden, um die Gewässer zu schützen. Verantwortlich für die Begräbnisse war nun nicht mehr die katholische Kirche, sondern die Stadt Köln, die die Grundstücke rund um das Leprosenhaus kaufte. Nach und nach entstand hier eine Friedhofsanlage. Die Kölner Bürger sprachen davon, ihre lieben Verstorbenen „zu den Maladen“ zu schicken.

Seit der Eröffnung 1810 steht der Friedhof Melaten allen Konfessionen offen. Für Menschen, die Interesse daran bekunden, hier bestattet zu werden, können bereits zu Lebzeiten eine Patenschaft für ein erhaltenswertes Grab ihrer Wahl übernehmen. Nach dem Ableben wird der Pate in dem jeweiligen Grab nach Entrichtung einer Grabgebühr für 30 Jahre bestattet. Das System der Patenschaften wurde 1981 eingeführt, um erhaltenswerte Gräber dauerhaft zu pflegen, um ein Verwittern zu verhindern. Der Melaten Friedhof ist die älteste Friedhofsanlage Kölns und nicht nur ein Ort der Trauer und des Erinnerns, sondern auch ein Ort des Lebens, und zwar im doppelten Sinne. Hier wird nicht nur an den Tod lieber Menschen gedacht, sondern auch an ihr Leben. An einem ruhigen, naturnahen Ort wie dem Melaten Friedhof fällt es den Hinterbliebenen leichter, sich nicht nur an die traurigen, sondern vielmehr an die schönen Momente zu erinnern.

Diese parkähnliche Grünanlage hinter unscheinbaren Mauern bietet jedoch nicht nur Platz für den Tod, sondern auch für das Leben, denn hier breitet sich eine vielseitige Flora und Fauna vor den Augen der Besucher aus. Eichhörnchen und weitere Kleintiere fühlen sich hier wohl und huschen zur Freude der Besucher über die Grabsteine. Manchmal lassen sich die Kaninchen auch den einen oder anderen üppigen Blumenschmuck auf den Gräbern schmecken. Darüber sind die Grabinhaber natürlich weniger begeistert. Im Sommer explodiert hier eine wahre Farbenpracht zahlreicher mediterraner und heimischer Pflanzenarten. Ein bisschen unheimlich ist der überlebensgroße „Gevatter Tod“, der Sensenmann in Form einer weißen Skulptur mit Stundenglas und wallendem Umhang.

Die Grabsteine sind mit zahlreichen bekannten und weniger bekannten christlichen Symbolen verziert. Kreise und Labyrinthe stehen für den ewigen Kreislauf, die Kerze für das Leben, das Ginko-Blatt für ewiges Leben. Das aufgeschlagene Buch symbolisiert das Buch eines erfüllten Lebens, der Anker Hoffnung und Zuversicht und das Efeu immergrünes Leben und Freundschaft. Öffentliche und private Gruppenführungen geben Einblick in die Geschichte des Melaten Friedhofs, auf dem auch zahlreiche Prominente sowie Menschen aus Kultur und Politik ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.